Wenn zwei Poysdorfer Sektmacher erstmals beim neuen Format „Let’s talk about Sekt“ mit ihrem Wissen auspacken, dabei die Kleidung anlassen und zeigen, was sie beim Degorgieren und Sabrieren draufhaben – da müssen wir schon dabei sein und mitreden!
Wer: Markus Taubenschuss und Christian Madl
Was: ein Event mit Sekt-Botschaft
Wo: 2170 Poysdorf, Panoramaplatz Ried Hermannschachern


Als wir beim vereinbarten Treffpunkt im Weinmarkt Poysdorf angekommen waren, wurde dort schon fleißig den bereits anwesenden Gästen Sekt zum Verkosten eingeschenkt. Ein prickelndes Erlebnis im schönen und modernen Ambiente des Weinmarktes, und auch eine gute Möglichkeit, sich gleich mit Flaschen von der Sekthochburg Poysdorf einzudecken und das spezielle Rabatt-Angebot zu nutzen.
Bis 19.00 Uhr konnte man sich durch alle Sekte im Sortiment des Weinmarktes Poysdorf kosten. Schon alleine dieser Umstand war eine Reise nach Poysdorf wert!




Um 15.00 Uhr hieß es dann: Let’s talk about Sekt – aber nicht mehr im Weinmarkt Poysdorf, sondern in luftigen Poysdorfer Höhen mit toller Aussicht über die Weingärten!
Das Wetter hätte nicht besser sein können, so konnten wir bei Sonnenschein und windstillen Verhältnissen die Reise zur Ried Hermannschachern antreten. Die Fahrt war spektakulär, nämlich mit insgesamt 3 Oldtimer-Traktoren samt Anhänger für uns Gäste. Während der Anreise durch die Gstetten wurden wir – passend zum Thema Sekt – gut durchgerüttelt und tuckerten nostalgisch bis hinauf zum Panoramaplatz der Familie Taubenschuss, in der Ried Hermannschachern. Was für ein schönes gemeinsames Erlebnis! Geht so wohl nur im Weinviertel …








Ein Standort und Ort des Geschehens, der beeindruckt: Die Ried Hermannschachern wurde bereits 1338 erstmals urkundlich erwähnt und zählt zu den ältesten Lagen in ganz Österreich! Auch die Aussicht auf die umliegende Landschaft ist etwas, worüber man reden kann – und zwar nur Gutes!




Der junge Sektmacher und Winzer Markus Taubenschuss, der sich seit 2019 dem prickelnden Genuss in der Flasche verschrieben hat, und Christian Madl, der routinierte Sekthersteller aus Schrattenberg, der bereits seit 37 Jahren Sekt macht, stellten sich den Gästen vor. Ihre Intention zum neuen Format „Let’s talk about Sekt“ ist es, dieses spannende Thema auszuweiten und näher darauf einzugehen. Das taten die beiden Sektperten dann auch und erzählten, was wirklich hinter den feinen Perlen steckt!
Christian Madl erzählte, warum genau Poysdorf zur Sekthochburg geworden ist: Schon allein das Klima hier, das dem in der Champagne in Frankreich ähnelt, passt perfekt. Es geht darum, Weine herstellen, die ein ähnliches Zucker-Säure-Verhältnis haben. Laut dem Schrattenberger Sektproduzenten braucht es leichte Weine, die eine lebendige Säure haben. Ganz früher durfte der Schaumwein auch in Poysdorf Champagner genannt werden. Inzwischen ist der Name „Champagner“ schon seit 1919 mit den Friedensverträgen von Versailles und später 1936 als kontrollierte Ursprungsbezeichnung (AOC) gesetzlich geschützt worden.
Auf die Frage eines Gastes von „Let’s talk about Sekt“, welche Weinsorten sich für die Sekterzeugung eignen, hat Christian Madl prompt eine Antwort bereit: „Richtig gut eigenen sich Grüner Veltliner, Welschriesling, Weißburgunder, Pinot Noir, Chardonnay oder auch Zweigelt. Seit 3 Jahren verwende ich auch Blaufränkischen, und mit Muskateller habe ich vor kurzem auch einmal Sekt gemacht.“



Auch auf die perfekte Lagerung von Sekt wurde von den beiden Herren, die sich dem prickelnden Genuss in der Flasche verschrieben haben, eingegangen. Hochwertiger Sekt wie von der Sektkellerei Madl oder vom Weingut Taubenschuss kann oft jahrelang reifen, ohne seine Qualität zu verlieren. Einmal geöffneter Sekt sollte innerhalb einer Woche ausgetrunken werden.
Was die Lagerung betrifft konnte man vernehmen, dass man Sekt, den man stehend gelagert erworben hat, auch stehend transportiert bzw. weitergelagert und Sekt, den man liegend gelagert bekommen hat, auch liegend transportieren und weiterlagern sollte.
Auf der Ried Hermannschachern wurde sogar ein Rüttelpult aus Holz präsentiert, auf dem anschaulich gezeigt wurde, wie die Sektflaschen nicht auf einmal, sondern schrittweise über einen Zeitraum von mehreren Wochen in den ovalen Löchern im Rüttelpult von Hand gedreht und immer schräger gestellt werden.






Dann ging es auch schon zu spektakuläreren Aktionen wie live degorgieren und sabrieren über. Dabei konnten wir Sekt in mehreren Stufen verkosten.
Eine hautnahe Erfahrung mit Sekt für uns, denn als Markus die Luftblase nach oben wandern ließ, oben den Kronenkork wegzog und die Hefe durch den Eigendruck des Schaumweins hinausgeschossen ist, haben wir ein paar Spritzer abbekommen. Darüber müssen wir noch mit Markus reden! Aber er hat uns gewarnt …


Dann kam der Auftritt von Christian Madl, der Tricks zum fachgerechten Öffnen einer Sektflasche verriet: Folie abtrennen – den Sekt seufzen lassen und dann den Korken knallen lassen. Es wurde nicht an einer einige Jahre alten Rarität gespart – eine edle Flasche Blanc de Noirs von der Sektkellerei Madl wurde für uns geöffnet.
Der Höhepunkt des Geschehens in luftigen Poysdorfer Höhen war wohl das Sabrieren – standesgemäß mit einem Säbel. Das übernahm dann auch Markus Taubenschuss, der für seine gelungene Säbel-Show Applaus erhielt und gekonnt seine hauseigene Sektflasche köpfte.



Christian Madl ging auch noch auf das weniger prickelnde Thema ein, dass die Leute aktuell nicht mehr so viel Alkohol trinken möchten und der Konsum zurückgeht. Für den Sektmacher ist Wein und Sekt nicht bloß Alkohol, sondern Kulturgut, das man mit Genuss, Freude und in Maßen genießt.
Markus Taubenschuss und Christian Madl merkten abschließend noch an, dass es sie freuen würde, wenn das Ganze noch weitere Wellen schlägt – und natürlich, wenn Poysdorfer Qualitätssekt getrunken und gekauft wird.
Dazu gab es nach dem Event noch genug Möglichkeit im Weinmarkt Poysdorf, der eine riesige Auswahl an Sekt anbietet und zu dem wir wieder nostalgisch schön mit den Oldtimer-Traktoren zurückgebracht wurden.
www.taubenschuss.at
www.madlsekt.at


Fotos: Brittas Schreiberei