Die Gegend um Retz ist ja richtig bekannt für seine tief reichenden Kellerröhren. Auch in Wullersdorf mit seinem charmanten Hauptplatz findet sich so ein Juwel!
Warum daraus nicht eine zeitgemäße Radlerrast machen? Dachte sich der junge, kreative Winzer Johannes Burger aus Kalladorf und wertete den alten Melker Stiftskeller, den schon sein Vater mit viel Aufwand renoviert hatte, mit einer neuen WEIN:RAST auf.


Wer: Familie Burger
Was: WEIN:RAST – perfekt für Genussradler und Ausflügler
Wo: 2041 Wullersdorf
So etwas Besonderes müssen wir uns natürlich persönlich anschauen! Also führte uns der Weg nach Wullersdorf, wo uns Johannes Burger im Doppelpack begrüßte. Gemeinsam mit seinem reizenden Söhnchen Johannes und einem Korb voller süßer Köstlichkeiten, hausgemacht von Mutter Maria Burger, und Spritzern in der Flasche schreiten wir gemeinsam die Stiegen ins kühle Paradies hinunter.




Der gut gekühlte Automat in der neuen WEIN:RAST, die am 3. Mai 2026 eröffnet wurde, gehört wieder befüllt!
Unten angekommen bewundern wir das besondere Ambiente mit den schönen Sitzgelegenheiten aus Holz, den Kellerkerzen und der eindrucksvoll und kreativ gestalteten Wand in rostigem Farbton, versehen mit dem Logo des Wein:Gut Burger und einer künstlerisch gestalteten Weinrebe.


Über die neue WEIN:RAST
Ein zeitgemäßer Selbstbedienungs-Treffpunkt mit historischer Note! Täglich geöffnet wird hier einiges mehr als in den meisten Radlerrasten geboten: Angefangen vom feinen Sortiment an Burger-Weinen inklusive Spritzer in der Flasche, Frizzante „Beste Freundin“ – ein feines Sommergetränk, das am besten mit frischen Beeren schmeckt, über eine gut gekühlte Keller:Jause mit Rohschinken, Salami, Käse, salzigen Cracker, Gemüse und Obst, Topfenaufstrich nach Liptauer Art bis zu Cremeschnitten, Linzer Kipferl und süßem Kleingebäck, gibt es ganz schön viel davon, was das Herz begehrt!


Man kann nicht nur unterirdisch Platz nehmen, sondern auch oben im Freien auf gemütlichen Holzbänken im Schatten von Sträuchern rasten und genießen! Ein perfekter Platz für eine Auszeit, da dieser am Portugieser Radweg eingebunden ist und neben dem genussvollen Angebot auch über eine ansprechende Sanitäranlage verfügt.





Über den Schlüssel zum Glück & zur Wein-Koje
Johannes berichtet uns, dass die Tür zur WEIN:RAST täglich zwischen 7.00 Uhr und 22.00 Uhr aufgeht.
Wenn man jederzeit Zugang haben möchte gibt es die Möglichkeit, eine Wein-Koje zu mieten. Und dabei kommt der Schlüssel zum Glück, ein Priority-Key ins Spiel: mit dem 1. Schlüssel kann man die Eingangstür öffnen – mit dem 2. Schlüssel sperrt man dann die Koje auf. Das tolle an der Wein-Koje: Hier passen bis zu 90 Flaschen Wein hinein – bei permanent 8 Grad ist der Wein langfristig perfekt gelagert.



Über die Winzerfamilie Burger
Winzer Johannes Burger ist auch als Heurigenwirt in Kalladorf bekannt, den er gemeinsam mit seiner Frau Juliane und Mutter Maria Burger, der gute Geist in der Küche, betreibt. Im idyllischen Arkadenhof der Familie Burger kann man auch in den gemütlichen Winzerzimmern übernachten.
Vom Abtauchen in den historischen Weinviertler Stiftskeller
Und es geht weiter für uns in die angenehm kühlen Tiefen des Weinviertler Bodens! Johannes führt uns vorbei an urigen alten Holzbänken zu den zahlreichen Wein-Kojen, die damals schon von seinen Eltern Maria und Hans Burger in vielen Arbeitsstunden errichtet wurden und wo u.a. auch der Hochzeitswein seiner Eltern integriert ist. Ein kleines Paradies für Weinliebhaber, das im Rahmen einer Kellerführung besichtigt werden kann!




Johannes lässt uns auch in die Familiengeschichte Einblick nehmen: In den 70er Jahren wurde der alte Melker Stiftskeller von seinen Eltern gepachtet.1995 wurde der Keller dann vom damaligen Besitzer, dem Stift Melk, gekauft. Der Seitentrakt war eigentlich der Ursprungskeller. Dort wurden Weine abgefüllt und sogar ein einfacher Heurigenbetrieb geführt!
Der Weg in der dunklen kühlen Kellerwelt führt weiter in die Vinothek: hier lagern mehr als 12.000 alte Flaschen – zurückreichend bis ins Jahr 1947! Diese besonderen Schätze kann man erwerben. Pro Jahrgang sind € 3 zu entrichten. Jede Weinflasche wird wunderschön in einer Holzschatulle verpackt, auf Heu gebettet und seitlich mit Elefantenpapier mit Sorte, Riede und Jahrgang beschriftet. Die Kellerkatze, der schwarze Kellerschimmel, bleibt auf der Flasche drauf und ist ein Zeichen, dass der Wein mit der richtigen Temperatur, Feuchtigkeit und Dunkelheit gelagert wurde. Schaut nebenbei auch noch ganz fesch aus, so Winzer Johannes Burger.




Wie im Weinviertel in alten Weinkellern üblich findet man auf den Wänden jede Menge Münzen, auch noch Groschen, die als Glücksbringer an die feuchte Kellerwand geklebt werden.


Früher teilten sich die Winzer einen gemeinsamen Eingang im historischen Weinkeller des Stiftes Melk. Das Stift und die größeren Bauern hatten einen eigenen Eingang. Nach dem Kauf des Kellers hat Vater Hans die Tür zugemauert, damit niemand anderer den Raum betreten kann.
Johannes Burger, Papa zweier Kleinkinder, erinnert sich gerne an seinen Vater Hans, der den Betrieb eigentlich mit nichts aufgebaut hat. Zwei Holzfassln hat er in diesen Stiftskeller hineingestellt bekommen! Das waren seine ersten Weine von einem halben Hektar Weingärten! Dazu noch ein Joch Ackerland – mehr war nicht da! Daraus hat Hans Burger das heutige Weingut Burger auf stolze 20 Hektar Weingärten aufgewirtschaftet und noch dazu einen gemütlichen Heurigen mit stimmungsvollem Arkadenhof und 16 Gästezimmern aufgebaut! Man spürt die Bewunderung des jungen Winzers für seinen bereits verstorbenen Vater.



Wie der Vater so der Sohn: Bauphase 2 steht bevor
Der Junior steht seinem Vater um nichts nach und möchte nach der neuen WEIN:RAST das noch nicht benutzte Kellergewölbe mit uralten Fässern umbauen.


Die unbrauchbaren Fässer werden hinausgeschossen, einige werden noch zur Schau gestellt werden. Geplant ist ein stimmungsvoller Raum zum Feiern mit Kiesboden, großem Tisch und beeindruckendem Luster.
Man darf gespannt sein!
Fotos: Brittas Schreiberei