Kürzlich haben wir uns auf eine Freizeittour in den äußersten Zipfel des Weinviertler Bezirkes Hollabrunn begeben. Direkt an der nördlichen Grenze zur Tschechischen Republik liegt der Nationalpark Thayatal und das liebenswerte kleine Städtchen Hardegg. Landschaftlich eindeutig Waldviertel, als Teil des Bezirkes Hollabrunn fühlt man sich hier aber auch dem Weinviertel zugehörig. Mit der atemberaubenden Burg Hardegg, die über dem Flusstal der Thaya thront und der spannenden Landschaft gehört diese Region zu den schönsten im Bezirk.


Auf den diesjährigen Burgsommer darf man sich auf jeden Fall wieder richtig freuen: Seit dem Vorjahr öffnet die in Privatbesitz befindliche Burg wieder die Pforten! Heuer kann man sich den 8. bis 23. August 2026 für eine Besichtigung der majestätischen Burganlage notieren. Dazu muss man sich nicht anmelden, sondern kann einfach während der Öffnungszeiten vorbeikommen.
Details dazu findet man unter www.burghardegg.at/burgbesuch.
Bevor es für uns hinunter zum malerischen Thaya-Flussbett geht, wird das neu übernommene Café Restaurant im Nationalparkhauses Thayatal besucht: das s’Schmankerl.


Schon das Ankommen – vorbei an den im Wind wehenden Nationalpark-Fahnen und dem idyllischen, naturnahen Bauerngarten – entschleunigt in der Sekunde! Das Wetter erlaubt es, auf der Holzterrasse Platz zu nehmen und durchzuatmen. Was für eine wunderschöne Lage mit Ausblick auf pure Natur und in Richtung Kinderspielplatz.




Die neue Gastgeberin Andrea und der überaus freundliche Servicemann mit Schmäh sorgen dafür, dass man sich hier willkommen fühlt. Sie erzählt, dass auch die Kids von den Feriencamps bei ihr kulinarisch versorgt werden.


Durch die vielen familienfreundlichen Wanderwege rund ums Nationalparkhaus ist dieser Platz perfekt zum Rasten und Genießen.
Wusstet ihr, dass es 100 Kilometer an Wander- und Radwegen zum entdecken gibt? Ob kinderwagentauglich, grenzüberschreitend, als Rundweg oder Themenweg geführt: Hier ist für jeden die perfekte Wanderung dabei!
Aktuell besonders empfehlenswert ist wohl der Merkesdorfer Rundwanderweg mit der spektakulären und neuen Aussichtswarte „Umlaufblick“ samt grandioser Ausblicke!

Radfahrer und E-Biker können sich auf den Nationalpark Thaytal Radweg und den NP Thayatal Radweg Vranov-Hardegg freuen. Abwechselung auf dem Sattel und sportliche Herausforderungen sowie einzigartige Naturerlebnisse sind garantiert!
Details findet ihr unter www.np-thayatal.at/de/pages/wander—radwege-3.aspx
Jetzt aber zurück zum s’Schmankerl: Hier hat man die Möglichkeit à la Carte zu essen oder vom wöchentlichen „Mittagsweg“, dem All you can eat-Buffet, zu wählen.
Die klein gehaltene Karte bietet Hausmannskost wie Schweins-Cordon-Bleu natur gebraten mit Petersilerdäpfel Gemüsegulasch, Würstelvariationen oder Schafskäse auf Salatbett mit Kernöl und Toast. Genau das Richtige, um sich nach einer Wanderung oder Radtour zu stärken!
Apfelsaft und Sirupe wie Melisse, marokkanische Minze, Lavendel oder Holler werden im s’Schmankerl selbst gemacht. Bei den Weinen greift man auf das Weingut Frischauf aus Röschitz zurück. Der Traubensaft wird vom Weingut Roggenbauer aus Niederfladnitz bezogen.
Vom Buffet ließen wir uns die Lauchcremesuppe und das Paprikahendl mit Spiralnudeln schmecken, von der Karte wurde der bunte Salat mit Hühnerstreifen probiert. Dazu ein Hollersaft und ein Kaiserspritzer.





Zum Cappucchino und der wunderschönen Aussicht von der Terrasse aus empfiehlt uns Gastgeberin Andrea ihre frisch gemachten Mehlspeisen wie Schaumrolle oder Pfirsichtorte. Schön, dass man im Nationalparkhaus so gute Schmankerl bekommt!


Die aktuelle „Mittagsweg“ – Wochenkarte findet man auf der FB-Seite des s’Schmankerl das Cafe Restaurant im Nationalparkhaus.
Nach der Herkunft ihrer Produkte gefragt erklärt Andrea, dass die Erdäpfel und das Gemüse von ihrem Wohnsitz im Waldviertel stammen, die Zwiebel kommen aus Waschbach, das Gebäck von der Bäckerei Angenbauer in Guntersdorf und das Fleisch vom Gantner aus Hollabrunn. Die Linsen bezieht man vom Biohof Linsbauer aus Langau – die Eier stammen ebenfalls aus Langau und vom Familienbetrieb Prand-Stritzko
Öffnungszeiten s‘Schmankerl
Täglich geöffnet
1. März bis 21. März: 10.00 – 18.00 Uhr
21. März bis 30. September: 9.00 – 18.00 Uhr
1. Oktober – 2. November: 10.00 – 18.00 Uhr
7. Dezember – 22. Dezember: 11:00 – 16:00 Uhr
Frisch gestärkt stöbern wir noch kurz im Nationalparkhaus-Shop, wo es immer wieder etwas zu entdecken gibt, das gerne erworben wird, und werfen noch einen Blick in das Wildkatzengehege, wo Frida und Carlo, die beiden Wildkatzen, leben. Die scheuen Tiere kann man am besten bei gebuchten Fütterungen beobachten!


Spannend klingt auch die faszinierende Sonderausstellung im Nationalparkhaus Thayatal „Heraus mit der Sprache“, bei der die verborgene Kommunikation zwischen Tieren, Pflanzen und Pilzen in der Natur beleuchtet wird.
Kids just wanna have Fun: Geht beim Wildnis Schnuppern mit den Nationalpark-Rangern!





Next Stop Thayabrücke
Kein Besuch in Hardegg, ohne kurz bei der Thayabrücke stehen zu bleiben und einen Blick auf den Fluss, in dem sich die unglaublich schöne Landschaft samt der Burg Hardegg spiegelt, zu werfen. Auf der anderen Seite der Grenzbrücke sieht man das Alte Zollhaus, das sich bereits auf tschechischen Boden befindet. Ein spitzer Stein vor der Hardegger Brücke erinnert an die Wiedereröffnung im April 1990. Der beliebte und bekannte Iron Curtain Trail führt hier auch vorbei.





Sollte man gesehen haben: Erlebnis Perlmutt Manufaktur in Felling
Nur wenige Kilometer von Hardegg, der einstigen Perlmutt-Hochburg, entfernt liegt die kleine Waldviertler Ortschaft Felling. 1861 führte der Besitzer der Burg Hardegg Johann Carl Khevenhüller die Perlmutterknopfdrechslerei ein. In Heimarbeit wurden vielen Familien Knöpfe aus Flussperlmuscheln aus der Thaya gefertigt. Die Knopfdrechslerfamilie von Rudolf Marchart übersiedelte von Hardegg nach Felling – von dort aus nahm die Geschichte der Perlmutt Manufaktur, die heuer unglaubliche 115 Jahre feiert, ihren Lauf!
Beim Ankommen kann man gleich den vor einigen Jahren neu gestalteten Garten mit auffälligem Riesenknopf, der über den Garten thront, und einer „Knopferl“ Sandkiste für die Kids entdecken. Der erste Eindruck zählt – und der ist gut! Der Fotopoint bei der Hängeschaukel wird natürlich auch von der HOZ genutzt!





Die beiden aktuellen Betreiber Rainer und Anita Mattejka geben sich gar nicht zugeknöpft und laden in den Shop und zu regelmäßigen Führungen durch die Produktionsstätte ein. Dabei kann man in die faszinierende Arbeitswelt der Perlmutt Manufaktur eintauchen. Kindheitserinnerungen kommen hoch, als man noch mit Uromas Knöpfesammlung gespielt hat – das waren Zeiten!


In den Räumlichkeiten des Shops befindet sich auch ein kleines Café für eine gemütliche Auszeit, die man sich auch im Garten nehmen kann. Richtig beliebt bei den Besucherinnen und Besuchern sind hübsche Mitbringsel wie ein Perlmutt-Armband, Ohrringe aus Perlmutt oder andere schöne Dinge aus Perlmutt.









Auch beim HOZ-Besuch wird in der Perlmutt-Werkstatt gearbeitet – eine geübte Mitarbeiterin prüft mit unglaublicher Fingerfertigkeit per Hand tausende von Knöpfen! Man muss ja schließlich den hohen Qualitätsansprüchen gerecht werden!
Empfehlenswert zum Kennenlernen der Manufaktur ist eine Führung, bei der man einen hautnahen Einblick in die Handwerkskunst und Geschichte der Perlmutt Manufaktur, die bereits in 5. Generation als Familienbetrieb geführt wird, erleben kann.
Details dazu erfährt ihr unter www.perlmutt.at/erlebnis-perlmutt-manufaktur/besichtigung-fuehrung/





Faszinierend sind die Holzkisten, die zeigen, wie die Muscheln früher per Schiff angeliefert wurden. Heute werde fertige Rondelle aus aller Welt importiert.
Eine indonesische Mördermuschel – auch Riesenmuschel genannt, oder alte Schätze wie mit Perlmutt verzierte Messer, Pistolen oder Ferngläser, sind ebenfalls zu bestaunen!





Wusste Sie, dass die bekannten Tostmann Trachten-Dirndl immer noch die schimmernden Perlmutt-Knöpfe aus Felling tragen?
Bemerkenswert ist auch, dass man nie aufgegeben hat: Familie Mattejka ging auch durch schwierige Zeiten, als der Kunststoffknopf in den 1960er Jahren seinen Siegeszug antrat – aber mit Mut und Erfindungsgeist konnte man das Unternehmen halten und mutig in die neuen Zeiten führen.
Eine umfangreiche Modernisierung 2005 machte die traditionsreiche Produktion für die Gäste zum Erlebnis. Moderne Präsentation wurde mit traditionellem Handwerk verbunden.
Stolz ist Rainer Mattejka auch darauf, dass in seiner Manufaktur keinerlei Abfall entsteht. Alles wird hundertprozentig weiterverarbeitet – die Perlmuttreste werden immer wieder in den Produktionskreislauf eingebracht.
Ein Chapeau an Familie Mattejka für das unglaubliche Engagement und die Liebe zu diesem fast ausgestorbenem Handwerk! Die Erlebnis Perlmutt Manufaktur ist ein Vorzeigebetrieb in der Region!


Öffnungszeiten Erlebnis Perlmutt Manufaktur
April bis Oktober: Dienstag – Freitag, 9.00 – 12.00 Uhr und 13.00 – 17.00 Uhr
Samstag, 9.00 – 13.00 Uhr
www.perlmutt.at
Fotos: Brittas Schreiberei